Der Zügelpinguin

 

  • trägt den wissenschaftlichen Namen Pygoscelis Antarctica und gehört zusammen mit dem Eselspinguin und dem Adéliepinguin zur Gattung der Langschwanzpinguine.
  • wird auch Kehlstreifenpinguin, Chinstrap Penguin, Bearded Penguin oder Stone Cracker genannt.
  • hat seinen Namen aufgrund des schwarzen Streifens am Kopf.

 

Verbreitung / Lebensraum

Wo lebt der Zügelpinguin?

Der Zügelpinguin

  • lebt auf fast allen subantarktischen Inseln. Die größten Kolonien mit etwa 75 Prozent des Bestandes befinden sich auf den Inselgruppen South Shetland, South Orkneys und South Sandwich. Kleinere Kolonien gibt es auf Südgeorgien, auf den Falklands, auf Marion Island und Macquarie Island, in Tasmanien und auf den Inseln westlich der Antarktischen Halbinsel.
  • gehört zu einer der am meisten verbreiteten Pinguinarten mit einem geschätzten Bestand von 15 Millionen Pinguinen. Im 19. Jahrhundert hat sich der Bestand der Zügelpinguine verdoppelt, dies liegt wahrscheinlich an dem Überangebot an Krill durch den Rückgang der Walbestände aufgrund von kommerziellem Walfang. Seit zwei Jahrzehnten stagniert der Bestand, vermutlich aufgrund des Treibhauseffektes, der die subantarktischen Gewässer erwärmt und sich damit nachhaltig negativ auf den Krillbestand auswirkt. Daher wird erwartet, dass der Bestand der Zügelpinguine in den kommenden Jahrzehnten sinken wird.
  • wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als ungefährdet (least concern) eingestuft.
Zügelpinguine in der Antarktis

Äußere Merkmale

Woran erkennt man den Zügelpinguin?

Der Zügelpinguin

  • ist zwischen 72 und 78 Zentimeter groß und gehört damit zu den mittelgroßen Pinguinen.
  • wiegt zwischen 3,9 und 5,4 Kilogramm.
  • ist an Rücken und den Flossenoberseiten tiefschwarz gefärbt. Der Bauch und die Flossenunterseiten sind weiß. Zwischen Flossenansatz und Hals hat der Zügelpinguin auf beiden Seiten eine schwarze Ausbuchtung im weißen Gefieder, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.
  • hat ein weißes Kinn. Oberhalb der Augen ist der Kopf schwarz. Ein schwarzer Streifen verläuft im weißen Gefieder vom Hinterkopf unterhalb der Augen entlang bis zum Kinn, wo er den Streifen von der anderen Seite trifft. Dieser Kehlstreifen ist charakteristisch für den Zügelpinguin.
  • hat einen schwarzen Schnabel. Der Schnabelansatz ist oben und unten weiß. Die Füße sind rosa. Die Iris ist olivgrün bis braun und setzt sich deutlich vom weißen Augengefieder ab.
  • hat als Küken ein dickes graues Daunengefieder. Nach dem ersten Gefiederwechsel nach etwa 22 Tagen sind schon das weiße Gefieder am Bauch und ein grauer Kehlstreifen erkennbar. Halbwüchsige Zügelpinguine ähneln den Erwachsenen bis auf das nachgedunkelte Kinn, das den Kehlstreifen fast überdeckt. Sie mausern nach 14 Monaten in ihr endgültiges Erwachsenengefieder.
  • wird als erwachsener Pinguin nicht mit anderen Pinguinarten verwechselt. Nur als Jungvogel sieht er dem Adéliepinguin ein bisschen ähnlich, hat jedoch weiße Flecken oberhalb der Augen und dunkle Gefiederpartien unterhalb des Kinns.

Brut / Jungvogelaufzucht 

Wie pflanzt der Zügelpinguin sich fort?

Der Zügelpinguin

  • brütet in Kolonien.
  • bevorzugt für den Nistplatz eisfreie, felsige Küstenabschnitte. Brütet häufig zusammen mit Eselspinguinen und Adéliepinguinen in großen Kolonien und wählt dort eher die steileren Küstenabschnitte. Auch in Kormorankolonien sind sie manchmal anzutreffen. Zügelpinguine kehren erst relativ spät, etwa drei bis vier Wochen nach den Adéliepinguinen, zu ihren Kolonien zurück.
  • kehrt wenn möglich jedes Jahr zum gleichen Nistplatz und Partner zurück.
  • baut sein kreisförmiges Nest aus kleinen Steinen. Es ist fünf bis zehn Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 30 bis 50 Zentimetern.
  • beginnt die Brutzeit im November, im antarktischen Frühjahr. Die Männchen sind kehren zuerst zur Kolonie zurück. Mit weit ausgebreiteten Flossen verteidigen sie ihren Nistplatz und rufen nach ihrer Partnerin. Das Weibchen legt zwei Wochen nach der Paarung im Abstand von drei Tagen zwei Eier und geht danach auf Nahrungssuche, während das Männchen den ersten Brutzyklus übernimmt. Falls ein Ei verloren geht, kann das Weibchen innerhalb der ersten fünf Tage nach der Eiablage noch ein drittes Ei legen. Die Partner wechseln sich während der 36-tägigen Brutzeit alle 5 bis 10 Tage ab. Danach lösen sich die Eltern jeden Tag ab, um regelmäßig Nahrung für die Küken bereitstellen zu können. Die Küken bleiben 20 bis 30 Tage im Nest, bevor sie Kükengruppen bilden.
  • mausert schon im Alter von 2 Monaten in ein wasserdichtes Gefieder und kann dann selbst auf Nahrungssuche gehen und die Kolonie verlassen. Auch die Erwachsenen verlassen nach der Mauser und der Jungvogelaufzucht Mitte März die Kolonie und kehren erst im November zur nächsten Brutsaison zurück. Bei Zügelpinguinen dauert die Mauser nur 13 Tage.

 

Zügelpinguin mit Nachwuchs
Zügelpinguin mit Nachwuchs

 

Verhalten

Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines Zügelpinguins aus?

Der Zügelpinguin

  • frisst hauptsächlich Krill, der in Meerestiefen von 10 bis 200 Metern anzutreffen ist, sowie kleine Fische. Die Größe der Beute liegt zwischen 1,5 und 6 Zentimeter.
  • jagt durchschnittlich in einer Tiefe von 5 Metern, kann aber auch bis zu 70 Meter tief tauchen.
  • taucht in der Regel 18 bis 19 Sekunden lang, schafft es aber auch bis zu 85 Sekunden unter Wasser zu bleiben.
  • jagt während der Brutzeit im Umkreis von 40 bis 60 Kilometern zur Kolonie.
  • ist sehr streitlustig und greift auch deutlich größere Tiere an.
  • verwendet während des Balzrituals laute, schrille und abgehakte Rufäußerungen. Bei Auseinandersetzungen sind zischende Laute zu hören. Zügelpinguine, die ihre Küken füttern, benutzen leise, fast summende Laute, bei denen der Schnabel geschlossen ist.
  • bevorzugt Packeiszonen.
  • kann im Meer als Beute von Seeleoparden enden, die ihm unter Packeiskanten auflauern.
  • muss an Land auf seine Eier und Küken achten, damit diese nicht von Raubvögeln gestohlen werden. Zügelpinguine, die in der Nähe von Adéliepinguinen oder Eselspinguinen brüten, sind im Vorteil, da die Raubvögel diese bevorzugen.
Zügelpinguin
Zügelpinguin

Erleben

Wo kann man Zügelpinguine in freier Wildbahn sehen?

Subantarktische Inseln und Antarktische Halbinsel: