Der Galápagospinguin

 

 

Verbreitung / Lebensraum

Wo lebt der Galápagospinguin?

Der Galápagospinguin

  • lebt nur auf den Galápagos-Inseln, die sich in der Nähe des Äquators befinden und zu Ecuador gehören.
  • brütet als einzige Pinguinart auch auf der nördlichen Hemisphäre
  • gehört mit etwa 1.200 Individuen zu einer der seltensten Pinguinarten der Welt. 95 Prozent aller Brutpaare nisten an der Westküste der Insel Isabela, die sich teilweise über den Äquator bis auf die Nordhalbkugel erstreckt sowie auf der ihr vorgelagerten Insel Fernandina. Weitere Pinguine befinden sich auf Bartolomé, Santiago und Floreana.
  • wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet (endangered) eingestuft.

 

Äußere Merkmale

Woran erkennt man den Galápagospinguin?

Der Galápagospinguin

  • ist 48 bis 53 Zentimeter groß.
  • ist kleiner als die anderen Arten der Gattung Brillenpinguin, also kleiner als der Humboldtpinguin, der Magellanpinguin und der afrikanische Brillenpinguin.
  • wiegt zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm. Das Gewicht ist geschlechts- und saisonabhängig. Die Weibchen sind etwas leichter. Sie erreichen ihr niedrigstes Gewicht nicht wie die Männchen nach der Mauser sondern nach der Eiablage.
  • trägt ein schwarzgraues Rückengefieder.
  • ist am Bauch weiß gefärbt mit einigen schwarzen Punkten.
  • hat wie alle anderen Brillenpinguine ein weißes Band, das sich vom Auge in einem Bogen zum unteren Schnabelansatz zieht. Auch der wie ein umgekehrtes U aussehende schwarze Streifen ist vorhanden, allerdings weniger deutlich ausgeprägt als bei den anderen Brillenpinguinarten.
  • hat ein schwarzes Band um den Hals wie der Magellanpinguin.
  • trägt einen schwarzen Schnabel mit einem rosaweißen Band, das an der Schnabelunterseite unterhalb des Auges beginnend bis zur Schnabelspitze verläuft. Die federlosen Hautflecken am Schnabelansatz dienen dem Wärmeaustausch und verhindern ein Überhitzen des Pinguins. Sie sind je nach Temperatur weiß oder rosa gefärbt.

 

Galápagospinguine
Galápagospinguine

 

Brut / Jungvogelaufzucht 

Wie pflanzt der Galápagospinguin sich fort?

Der Galápagospinguin

  • bleibt das ganze Jahr über in der Nähe der Insel, auf der er brütet.
  • ist nistplatztreu, das bedeutet er kehrt immer wieder zum gleichen Nistplatz zurück.
  • brütet in Höhlen, die er meist in Guanoschichten gräbt, teilweise werden auch Spalten in Vulkangestein genutzt.
  • polstert seine Bruthöhle mit Seetang und anderen Pflanzen aus.
  • ist nicht an eine bestimmte Brutzeit gebunden.
  • brütet bis zu dreimal pro Jahr abhängig vom Nahrungsangebot. Dies kann dazu führen, dass er während der Brutzeit mausert, was für Pinguine sehr ungewöhnlich ist und bisher nur bei den Galápagospinguinen beobachtet wurde.
  • lässt keine bei anderen Pinguinarten typischen Begrüßungsrituale erkennen. Es wird vermutet, dass bei der Identifizierung des Brutpartners die rosagefärbten federlosen Hautflecken am Schnabelansatz eine Rolle spielen.
  • legt im Abstand von 2 bis 5 Tagen zwei Eier. Diese werden von den Partnern abwechselnd etwa 40 Tage bebrütet. Die frisch geschlüpften Küken haben ein hellgraues Gefieder. Ältere Küken haben ein grauweißes Gefieder ohne Streifen und erhalten erst mit der ersten Mauser nach etwa einem Jahr ihr Erwachsenengefieder.
  • bleibt nach dem Schlüpfen der Küken noch für circa drei Wochen abwechselnd mit seinem Partner am Nest. Er sorgt dafür, dass die Küken nicht überhitzen, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren können. Das andere Elternteil geht auf Nahrungssuche. Gibt es zu wenig Nahrung wird  – wie bei anderen Pinguinarten auch – nur das stärkere Küken gefüttert. Danach gehen beide Eltern auf die Jagd und versorgen ihre Küken noch weitere acht Wochen mit Nahrung, bis diese selbständig sind und sich selbst versorgen können.

 

Galápagospinguin
Halbwüchsiger Galápagospinguin

 

Verhalten

Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines Galápagospinguins aus?

Der Galápagospinguin

  • ernährt sich von Fisch mit einer Größe zwischen 1 und 18 Zentimetern, zum Beispiel Sardinen.
  • ist kein ausdauernder Taucher. Er kann nur etwa 90 Sekunden unter Wasser bleiben, dabei aber bis zu 15 Meter tief tauchen. Normalerweise hält er sich aber in einer Wassertiefe von ein bis drei Metern auf.
  • jagt in Gruppen von 30 bis 80 Pinguinen, um größere Fischschwärme zusammenzutreiben. Durch schnelle und gelenkige Schwimmmanöver werden die Fischschwärme in flache Buchten an der Küste getrieben, wo dann kleinere Gruppen von Pinguinen durch den Schwarm tauchen und jeden Fisch verschlucken, der ihnen vor den Schnabel kommt, während der Rest der Gruppe den Zugang zum offenen Meer für die Fische blockiert. Im freien Wasser versuchen die Pinguine, ihre Beute durch immer engeres Umkreisen zu so genannten Fischsäulen direkt unter der Wasseroberfläche zu formieren. Sie holen sich ihre Beute dann, indem sie von unten durch diese Säule hindurch bis kurz unter die Wasseroberfläche tauchen.
  • jagt den größten Teil des Jahres zwischen 6 Uhr und 15 Uhr, da die Jungen erst nach 15 Uhr gefüttert werden. Ist das Nahrungsangebot ausreichend, schließen sich Nichtbrüter diesen Jagdzeiten an.
  • läuft im Meer Gefahr zur Beute von Galápagos-Seelöwen, -Seebären, Schwertwalen und Haien zu werden.
  • wird an Land gelegentlich von auf den Galápagos-Inseln heimischen Sumpfohreulen und Galápagosbussarden gejagt.
  • muss seine Eier und Küken vor Schlangen und der Roten Klippenkrabbe schützen. Auch vom Menschen eingeschleppte Ratten, Katzen und Hunde machen Jagd auf die Galápagospinguine.
  • ist durch die Verschmutzung der Meere bedroht.
  • ist am meisten durch das Klimaphänomen El Niño bedroht, das enormen Einfluss auf das Nahrungsangebot rund um die Galápagos-Inseln hat. Durch das warme Wasser verschwinden die normalerweise riesigen Fischschwärme aus der Küstennähe und die Pinguine können ihre Küken nicht mehr ernähren. Ein Auftreten von El Niño in kurzen Abständen kann fatale Auswirkungen auf die Größe einer Kolonie haben. Ein starker El Niño von 1997 bis 1998 führte zu einem kurzfristigen Rückgang der Galápagospinguine auf etwa 500 Tiere.

 

Galápagospinguine auf Isabela
Galápagospinguine auf Isabela

 

Erleben

Wo kann man Galápagospinguine in freier Wildbahn sehen?

Auf den Galápagosinseln (ca. 1.000 Kilometer westlich der ecuadorianischen Küste, am Besten zu erreichen per Flugzeug von Quito oder Guayaquil):

  • auf eigene Faust im Hafen von Puerto Villamil auf der Insel Isabela.
  • im Rahmen einer Kreuzfahrt oder eines geführten Tagesausfluges auf Isabela, Fernandina, Bartolomé, Santiago oder Floreana.