Der Felsenpinguin

 

  • trägt den wissenschaftlichen Namen Eudyptes Chrysocome und gehört zur Gattung der Schopfpinguine (Eudyptes). Zu dieser Gattung gehören auch die Dickschnabelpinguine, Haubenpinguine, Goldschopfpinguine, Kronenpinguine und Snaresinselpinguine.
  • wird auch Rockhopper Penguin, Jumping-Jack oder Crested Penguin genannt.

Verbreitung / Lebensraum

Wo lebt der Felsenpinguin?

Der Felsenpinguin

  • lebt rund um die südliche Erdhalbkugel in den Breiten zwischen 45 und 60 Grad Süd. Es werden zwei regionale Unterarten unterschieden, die sich in Körpergröße und Länge der Schopffedern leicht unterscheiden. Der südamerikanische Felsenpinguin (Eudyptes Chrysocome Chrysocome) lebt in großer Zahl auf den Falklandinseln und ist auch auf den südchilenischen und südargentinischen Inseln zu finden. Er ist durch die schwarze Haut um den Schnabel und die  kürzeren Schopffedern zu erkennen. Der seltenere Eudyptes Chrysocome Filholi bewohnt die subantarktischen Inseln südlich von Australien und Neuseeland, also die Kerguelen, Crozet, Auckland, Antipoden, Prinz-Edward und Marion, Heard und McDonald, Macquarie und Campell Inseln. Er hat einen sehr schmalen Augenstreif, 6 bis 7 Zentimeter lange Schopffedern und rosa Haut am Unterschnabel. Der früher als Eudyptes Chrysocome Moseleyi bezeichnete Nördliche Felsenpinguin wird mittlerweile als eigenständige Art (Eudyptes Moseleyi) betrachtet. Er brütet auf den Inseln Tristan da Cunha und Gough im Atlantik sowie auf Amsterdam und Sankt-Paul im Indischen Ozean. Er ist durch einen etwas breiteren Streifen über dem Auge und längere Schopffedern von seinen südlichen Verwandten zu unterscheiden.
  • wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet (vulnarable) eingestuft, da der Bestand in den letzten Jahren rapide zurückgegangen ist. Aktuell wird der Gesamtbestand des Südlichen Felsenpinguins auf zwischen 500.000 und einer Million Tiere geschätzt, der des Nördlichen (Eudyptes Moseleyi) zwischen 100.000 – 500.000. Bis vor wenigen Jahren wurden beide Felsenpinguinarten zusammen auf acht Millionen Tiere geschätzt.
Felsenpinguin-Kolonie auf den Falklandinseln

Äußere Merkmale

Woran erkennt man den Felsenpinguin?

Der Felsenpinguin

  • ist 45 bis 58 Zentimeter groß und damit der kleinste Pinguin aus der Gattung der Schopfpinguine.
  • wiegt zwischen 2,1 und 4,2 Kilogramm, durchschnittlich etwa 2,4 Kilogramm. Felsenpinguinmännchen sind etwas schwerer als die Weibchen.
  • ist an Kopf, Rücken und den Flossenoberseiten schwarz gefärbt. Der Bauch und die Flossenunterseiten sind weiß. Die Füße und Beine sind rosa, die Sohlen schwarz.
  • hat einen dicken rotbraunen Schnabel. Auch das Auge ist rotbraun. Über dem Auge hat er einen schmalen gelben Streifen.
  • besitzt wie alle anderen Schopfpinguinarten gelbe Prachtfedern am Kopf. Die Prachtfedern befinden sich am Ende des gelben Kopfstreifens und stehen in alle Richtungen ab. Einige schwarze Federn befinden sich zwischen den gelben Prachtfedern. Die hinteren Federn sind länger als die vorderen Federn.
  • lässt sich auf Grund des schmaleren Augenstreifens und teilweise durch die Farbe der Schopffedern von anderen Arten der Schopfpinguine unterscheiden. So hat beispielsweise der Maccaroni Pinguin im Gegensatz zum Felsenpinguin orange Schopffedern.
  • hat als Küken ein blaugraues Daunengefieder am Rücken und ein weißgraues Gefieder am Bauch. Halbwüchsige Felsenpinguine ähneln den Erwachsenen, haben jedoch noch keine ausgebildeten Prachtfedern und der Schnabel ist noch blaugrau statt rotbraun.
Felsenpinguin

Brut / Jungvogelaufzucht 

Wie pflanzt der Felsenpinguin sich fort?

Der Felsenpinguin

  • brütet in Kolonien, teilweise zusammen mit Kormoranen und Albatrossen.
  • ist nur während der Brutsaison in der Kolonie anzutreffen.
  • bevorzugt für den Nistplatz felsige Hänge und Grasflächen. Der Felsenpinguin nutzt teilweise aber auch kleine Höhlen.
  • baut sein Nest aus Grasbüscheln, Stöcken, Geröll und Steinen.
  • kehrt jedes Jahr zum gleichen Nest zurück und bessert es für die neue Brutsaison aus.
  • ist monogam. Die Partner erkennen sich durch Rufe wieder.
  • startet den Brutzyklus im Juli (Nördlicher Felsenpinguin) oder im Oktober (Südlicher Felsenpinguin). Das Weibchen erscheint einige Tage nach dem Männchen in der Kolonie.
  • legt zwei Eier im Abstand von vier bis fünf Tagen, wobei das erst Ei etwa 80 Gramm und das Zweite etwa 110 Gramm wiegt. Das zweite Ei liegt geschützt hinter dem ersten Ei. Dort ist die Temperatur stabiler und die Gefahr von Verlust oder Raub geringer. Bei den Unterarten Eudyptes Chrysocome Filholi und Eudyptes Moseleyi wird häufig nur ein Küken erfolgreich aufgezogen, bei den Eudyptes Chrysocome Chrysocome schaffen es unter guten Bedingungen beide Küken.
  • brütet abwechselnd mit seinem Partner etwa 33 Tage lang in drei Schichten. Das Männchen bleibt nach dem Schlüpfen der Küken 25 Tage bei ihnen im Nest, bis die Küken sich in ihr zweites Daunengefieder gemausert haben und mit anderen Küken Gruppen bilden. Beide Eltern können nun Jagen gehen, um den gestiegenen Nahrungsbedarf der wachsenden Küken zu decken. Im Alter von 10 Wochen werden die Küken flügge und verlassen den Nistplatz drei bis vier Wochen später.
  • ist im Alter von 4 Jahren geschlechtsreif.
Felsenpinguine beim Brüten
Felsenpinguine beim Brüten

Verhalten

Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines Felsenpinguins aus?

Der Felsenpinguin

  • jagt häufig in Gruppen.
  • ist Nahrungsgeneralist und frisst alles was er fangen kann. Er ernährt sich hauptsächlich von tierischem Plankton und kleinen Krustentieren, teilweise stehen auch kleine Fische und Tintenfische auf dem Speiseplan.
  • jagt Nahrung, die etwa 1 bis 6 Zentimeter groß ist und steht damit nicht in Nahrungskonkurrenz mit dem Königspinguin, welcher größere Nahrung bevorzugt.
  • kann bis zu 100 Meter tief tauchen. Er hält sich aber meist nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche auf.
  • entfernt sich zum Jagen während der Brutzeit nur etwa 30 bis 55 Kilometer von der Kolonie.
  • legt an einem Tag Entfernungen von bis zu 180 Kilometern zurück.
  • badet regelmäßig in Süßwasser und trinkt dieses auch, daher befinden sich die Kolonien häufig in der Nähe offener Süßwasserstellen.
  • ist sehr widerstandsfähig.
  • muss bei der Rückkehr zur Kolonie häufig gegen eine starke Brandung ankämpfen, die ihn immer wieder zurück ins Meer schleudert. Aber er ist hart im Nehmen, gut mit Körperfett gepolstert und gibt niemals auf. Außerdem hat er spezielle Taktiken entwickelt: Beispielsweise stellt er sich der Brandung frontal entgegen, um weniger Angriffsfläche zu bieten.
  • baut sein Nest in sicherer Entfernung von den Wellen, auf den Falklandinseln zum Beispiel auf über 100 Meter hohen Klippen. Der Aufstieg ist besonders zu Beginn der Brutsaison schwer, wenn die Felsenpinguine nach 5 Monaten auf See zurückkehren und sich erst wieder an das Klettern und Hüpfen gewöhnen müssen.
  • kann sehr gut klettern. Er nutzt dazu Füße, Flossen und Schnabel.
  • Kann sich auf graden Strecken hüpfend schneller fortbewegen als laufend. Dies sieht manchmal aus wie ein Wettkampf im Sackhüpfen.
  • greift jeden an, der seinem Nest zu nahe kommt. Dabei unterscheidet er nicht zwischen anderen Pinguinen, Raubvögeln oder Menschen.
  • ist seinem Partner gegenüber sehr zärtlich und liebt soziale Gefiederpflege.
  • hat an Land keine natürlichen Feinde. Eier und Küken müssen vor Raubvögeln – besonders Skuas – beschützt werden. Erfolg haben die Raubvögel meist nur im Überraschungsangriff. Ist die Kolonie erst einmal über den Raubvogel Angriff informiert, bilden die Felsenpinguine eine Abwehr aus scharfen Schnäbeln und schlagen die Angreifer so in die Flucht. Auf einigen Inseln sind Felsenpinguine inzwischen durch von Menschen eingeführte Katzen und Ratten gefährdet. Weitere Gefährdungen bestehen durch Fischfang, Klimawandel und Umweltverschmutzung.
  • kann im Meer als Beute von Seelöwen und Schwertwalen enden.
Felsenpinguine auf den Falklandinseln

Erleben

Wo kann man Felsenpinguine in freier Wildbahn sehen?

Südamerika:

  • Isla Pinguino, 11 Kilometer vor der Küste von Puerto Deseado, Argentinien

Subantarktische Inseln:

  • im Rahmen einer Kreuzfahrt oder auf eigene Faust auf den Falklandinseln

Felsenpinguine
Felsenpinguine im Zoo